Schülermentoren

Eine Initiative des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport.

Pressemeldung

 

Nähere Informationen sind unter folgenden Adressen zu erhalten:
 
 

 

Schülermentoren 
Verkehrserziehung
Landesinstitut für Schulsport
Reuteallee 42
71634 Ludwigsburg
Tel: (0 71 41) 1 40-6 33 oder -6 22
Fax: (0 71 41) 1 40- 639
Schülermentoren 
Soziale Verantwortung
MKS - Referat Jugend
Postfach 10 34 42
70029 Stuttgart
Tel: (07 11) 2 79-26 45
Fax: (07 11) 2 79-27 95
Schülermentoren
Sport
Landesinstitut für Schulsport
Reuteallee 42
71634 Ludwigsburg
Tel: (0 71 41) 1 40-6 33 oder -6 22
Fax: (0 71 41) 1 40- 639
Schülermentoren
Musik
MKS - Referat Jugend
Postfach 10 34 42
70029 Stuttgart
Tel: (07 11) 2 79-26 45
Fax: (07 11) 2 79-27 95
Schülermentoren
im technischen und sozialen Bereich
MKS - Referat Jugend (s. o.)
oder übers Internet:
www.jugendcourage.de 

 

Quelle: Staatsanzeiger, 29. August 2000

Junge Menschen lernen soziale Verantwortung

Kultusministerium unterstützt verschiedene Schülermentoren-Programme im Land.

In Baden-Württemberg haben rund 5 000 Jugendliche eine Mentorenausbildung absolviert und sind ehrenamtlich tätig. Dazu teilte das Kultusministerium in Stuttgart mit: „Kaum eine Ausbildung bietet jungen engagierten Menschen in dem Maße die Chancen, eigenverantwortlich und ehrenamtlich tätig zu werden sowie soziale Verantwortung praktisch wahrzunehmen als das Wirken als Schülermentor oder Schülermentorin. In diesen Tätigkeiten erfahren Jugendliche, dass man ihnen etwas zutraut, ihnen Verantwortung überträgt und dass man sie in wichtige Aufgabenfelder in der Schule, der Jugend- und Vereinsarbeit einbindet.“ Die verstärkte Einbeziehung junger Menschen in die Gesellschaft sei aber auch vor einem weiteren Hintergrund wichtig. Die Anforderungen, die Vertreter der Wirtschaft an die Fähigkeiten und Fertigkeiten junger Menschen stellen, machten deutlich, dass Jugendliche möglichst früh daran arbeiten müssen, Schlüsselqualifikationen wie etwa Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit sowie kommunikative Kompetenz und Führungskompetenz zu erwerben. Die verschiedenen Schülermentorenprogramme leisteten dazu einen wesentlichen Beitrag.

Für Jugendliche gibt es in Schule wie Jugendarbeit eine Fülle von Bereichen, in denen sie eigenverantwortlich und ehrenamtlich initiativ werden können. Von Bedeutung ist, dass sie für diese Aufgaben in Theorie und Praxis fundiert vorbereitet werden und in der Folge von Fachleuten qualifiziert begleitet werden. Die fortschreitenden gesellschaftlichen Veränderungen erfordern eine Stärkung der Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule. Gerade die Schule kann in dieser Kooperation ihre Orientierung an der praktischen Lebensrealität stärken. Umgekehrt profitiert auch die Jugendarbeit, wenn sie den schulischen Hintergrund der Jugendlichen einbezieht.

Nachfolgend sind die unterschiedlichen Schülermentorenprogramme kurz skizziert:

Schülermentorenprogramm: „Soziale Verantwortung lernen“ des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg: Nach Abschluss der Modellphase 1997 bis 1999 des Schülermentorenprogramms „Soziale Verantwortung lernen des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg wird seit dem Schuljahr 1999/2000 die Schülermentorenausbildung in Kooperation mit der kirchlichen Jugendarbeit für interessierte Schulerinnen und Schüler ab 15 Jahren flächendeckend in Württemberg angeboten. Die neue Facette des Schülermentorenprogramms zielt auf eine praxisnahe Zusammenarbeit von Schule und kirchlicher Jugendarbeit. Die Ausbildung zur Schülermentorin und zum Schülermentor ermöglicht einen Zugang zum ehrenamtlichen En­gagement in Jugendarbeit und Schule und vermittelt gleichzeitig die mehr und mehr in den Vordergrund rückenden Schlüsselqua­lifikationen. Rund 300 Schülerinnen und Schüler haben bisher die Schülermentorenausbildung „Soziale Verantwortung lernen“ absolviert. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport hat an der Erarbeitung des Konzeptes mitgewirkt und seine Umsetzung finanziell unterstützt.  

Schülermentorenausbildung in Kooperation mit der kirchlichen katholischen Jugendarbeit: Die katholische Studierende Jugend (KSJ) Schüler/innen-Verband im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (DKJ), bietet vom kommenden Schuljahr an in Anleimung an das Schülermentorenprogramm ,,Soziale Verantwortung lernen" des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw) eine entsprechende Schülermentorenausbildung in Baden und in der Region Stuttgart an. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 Gymnasium werden dabei zu Schülermentoren für kirchliche Jugendarbeit ausgebildet. Sie lernen Gruppen zu leiten und selbstständige Projekte an Schulen wie auch in der Jugendarbeit zu organisieren. Mit dem konfessionsübergreifenden Programm des ejw und der KSJ kann nun flächendeckend in ganz Baden-Württemberg eine Schülermentorenausbildung in Kooperation mit der kirchlichen Jugendarbeit angeboten werden. Gleichzeitig führt dieses Programm in die Arbeit als Jugendgruppenleiter, so dass auch eine wichtige Stärkung des Ehrenamts erfolgt.

Schülermentorenausbildung  im Bereich des Sports: Die Ausbildungsmaßnahme soll Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, als Schulsport-Mentoren schulsportliche Veranstaltungen gemeinsam mit Lehrern durchzuführen. Auf diese Weise kann das schulische Sportangebot sinnvoll erweitert werden. Junge Menschen erhalten frühzeitig Gelegenheit, sich anspruchsvoll zu engagieren, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. In der seit dem Schuljahr 1994/95 existierenden Ausbildung zum Sportmentor in Kooperation mit den Sportfachverbänden wurden bisher rund 4 000 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Jährlich finden rund 30 bis 40 Ausbildungskurse in 19 verschiedenen Sportarten an den Sportschulen des Landes statt. Finanziert wird die Ausbildung zur Hälfte von den Sportfachverbänden und zur Hälfte durch die GENO. Die Ausbildung wird als Grundstufenlehrgang für die Übungsleiterausbildung vom freien Sport anerkannt und bildet damit eine gelungene Brückenfunktion zum späteren ehrenamtlichen Engagement in den Sportvereinen.

Schülermentorenausbildung im Bereich der Musik: Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg 1997 damit begonnen, Schülerinnen und Schüler aller Schularten als Musikmentoren auszubilden. Ziel ist es, musikbegeisterte junge Menschen an ein aktives Musikleben heranzuführen, sie als Chor- und Instrumentalgruppenleiter auszubilden und in eine verantwortungsvolle Jugendarbeit einzubinden. Viele Schulen und Musikvereinigungen betrauen ihre Musikmentoren mit eigenständigen musikalischen Aufgaben. In den vergangenen drei Jahren wurden rund 400 Schülerinnen und Schüler zu Musikmentoren oder zum Musikmentor ausgebildet. Das Kultusministerium unterstützt diese Ausbildung mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe vor 45 000 Mark; zusätzlich investieren die Musikverbände 400 Mark pro Mentor.

Schülermentorenausbildung im Bereich der Verkehrserziehung: Angesichts der sich wandelnden Anforderungen muss eine zeitgemäße Verkehrserziehung nach neuen Wegen unter den Aspekten Gesundheits-, Sozial-, Umwelt- und Sicherheitserziehung suchen. Das Vorbildverhalten von Jugendlichen erscheint in dieser Hinsicht eine lobenswerte Alternative zum erhobenen Zeigefinger der Erwachsenen. Die Initiativ des Kultusministeriums, des Verkehrsministeriums sowie der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg sehen Schülermentoren als aktive Unterstützung der Verkehrsbeauftragten an den Schulen. Rund 200 Schülerinnen und Schüler haben bisher die Schülermentorenausbildung „Verkehrserziehung“ absolviert.

Schülermentorenausbildung im sozialen und technischen Bereich: Nach knapp einjährigen Verhandlungen mit den Jugendverbänden, Jugendrotkreuz, ARGE DLRG-Jugend, Malteser-Jugend, Johanniter-Jugend, Jugendfeuerwehr und THW-Jugend konnte in Abstimmung mit dem Jugendreferat des Kultusministeriums eine umfassende Konzeption zur Schülermentorenausbildung im sozialen und technischen Bereich erarbeitet und in Gang gesetzt werden. Die Ausbildung umfasst eine allgemeine Grundausbildung in Kooperation aller beteiligten Jugendverbände sowie einen sich anschließenden verbandspezifischen Lehrgang. Den ausgebildeten Mentorinnen und Mentoren werden Räume zur eigenverantwortlichen Gestaltung von Angeboten im Schulleben als auch in der Jugendarbeit geöffnet.  Auf der Internetseite www.jugendcourage.de stehen weitere Informationen.

Im Schuljahr 1999/2000 wurde die Gesamtkonzeption des Schulermentorenprogramms um verbandspezifische Elemente ergänzt und mit der Ausbildung der Multiplikatoren begonnen. Die Ausbildung der Schülermentoren bzw. Schülermentorinnen beginnt im Schuljahr 2000/2001 an 15 ausgewählten Modellschulen. Ein flächendeckendes Angebot der Schülermentorenausbildung im sozialen und technischen Bereich in ganz Baden-Württemberg ist nach Auswertung der Modellphase vom Schuljahr 2001/2002 an geplant. Das Kultusministerium unterstützt die Konzeptentwicklung dieses Schülermentorenprogramms (u. a. Multiplikatorenausbildung) mit finanziellen Zuschüssen. Vor dem Hintergrund der überaus positiven Erfahrungen mit denen in Schule wie Jugendarbeit eingeführten Mentorenprogrammen bietet es sich an, diesen Ansatz auf andere Handlungsfelder auszudehnen. Für jedes einzelne Handlungsfeld, das sich im Schulleben als für Jugendliche wichtig herausstellt, kann ein eigener Ausbildungsgang in Kooperation mit den außerschulischen Vereinen und Verbänden entwickelt werden.

red

 


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